Zirchow

Zirchow (Usedom) – einfach nur Stille ?

Wer bei der Planung eines Usedom-Urlaubs den Namen Zirchow in die Suchmaschine tippt, landet zunächst in einer angenehmen Stille. Kein Promenentrubel, keine Wellness-Hotels mit Glasfassade - ein beschauliches Dorf am Nordufer des Stettiner Haffs, rund 6 km vom Ostseebad Heringsdorf entfernt. Und genau das ist sein Geheimnis.

Zirchow liegt im sogenannten Achterland der Insel Usedom, direkt am Ufer des Stettiner Haffs. Die verkehrsgünstige Lage macht Zirchow zu einem optimalen Urlaubsziel für Naturliebhaber. Wer Ruhe sucht, aber dennoch nicht auf Ausflüge verzichten möchte, ist hier goldrichtig.

Geschichte von Zirchow

Die Geschichte von Zirchow Usedom ist ebenso faszinierend wie die Landschaft selbst.

Einige Grabhügel aus der Bronzezeit in der Umgebung des Dorfes deuten auf eine sehr frühe Besiedlung hin. Doch Vorsicht bei den frühen Urkunden: Die auf 1239 datierte Urkunde mit der angeblichen Ersterwähnung Zirchows sowie eine weitere auf 1247 datierte sind Fälschungen aus dem 14. Jahrhundert. 1256 wurde der Ort als Circhove in einer Urkunde erwähnt. Der Name bedeutet schlicht: Kirchdorf – und das war Programm.

Der Ort kam in den letzten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts an das Kloster Stolpe. 1417 unterstellte Bischof Magnus von Cammin die Kirche dem Kloster Pudagla. 1468 wurde Zirchow zusammen mit Korswandt und Sennin an Pudagla verpfändet – die Wiedereinlösung unterblieb. Kurz gesagt: Zirchow war lange ein begehrtes Stück Land, das zwischen Klöstern hin- und herwanderte.

Mit dem Westfälischen Frieden 1648 wurde Zirchow wie die gesamte Insel Usedom Teil Schwedisch-Pommerns. 1713 besetzte Preußen die gesamte Insel Usedom, die 1720 nach dem Frieden von Stockholm offiziell in preußischen Besitz überging.

Eine historische Kuriosität am Rande: Bis zur Aufhebung des Mühlenzwangs im Zuge der Stein-Hardenbergschen Reformen 1810 mussten die Zirchower ihr Getreide in der Garzer Mühle mahlen lassen. Kein Schritt ohne Erlaubnis – die Geschichte des kleinen Dorfes steckt voller solcher Details.

Nach 1945 wurden in Folge der Bodenreform auch Neubauernsiedlungen von Zirchow in Richtung Kutzow angelegt, so dass eine bauliche Verbindung zwischen beiden Dörfern entstand. 1971 wurde Zirchow Sitz des neugegründeten Gemeindeverbandes Thurbruch.

Die St.-Jacobus-Kirche in Zirchow Usedom ist ein unvergängliches Wahrzeichen.

Die St.-Jacobus-Kirche – älteste Kirche auf Usedom

Das Herzstück von Zirchow ist unübersehbar. Die gotische St.-Jacobus-Kirche ist das Wahrzeichen von Zirchow. Erbaut wurde die Wehrkirche in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Das Kirchenschiff aus Feldsteinen besitzt Mauern, die mehr als 1 m stark sind.

Wehrkirche ist das richtige Wort: Das Gebäude diente nicht nur der geistlichen Stärkung, sondern schützte die Siedler vor räuberischen Angriffen durch eine Barrikadenvorrichtung aus stabilen Balken. Die St.-Jacobus-Kirche hat keine Gewölbedecke, sondern eine flache Decke aus Holzbalken, die teilweise mit mittelalterlichen Wandmalereien verziert ist.

Zirchow und Umgebung

Zirchow liegt am Nordufer des Stettiner Haffs im Naturpark Insel Usedom. Ein Teil des Flughafens Heringsdorf liegt auf dem Gemeindegebiet. Das macht Zirchow zu einem der wenigen Orte Deutschlands, in dem man morgens mit dem Fahrrad an den wenigen startenden Flugzeugen vorbeifahren und abends die Gänse am Haff beobachten kann. Die Region um Zirchow bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Erholung in der Natur.

Westlich des Ortes wartet echte Wildnis: Thurbruch leitet sich von einer altdeutschen Bezeichnung für einen Auerochsen ab. Unzählige Gräben, die ab dem 18. Jahrhundert zur Entwässerung angelegt wurden, durchziehen die Naturlandschaft. Mitten in der naturbelassenen Landschaft liegt der Kachliner See, der vielen Zugvögeln als Rastplatz dient.

Zirchow auf Usedom ist der ideale Ausgangspunkt für Radfahrer, die die Umgebung erkunden möchten. Das Radwegnetz verbindet Zirchow mit der Stadt Usedom, Garz, Kamminke und den Ostseebädern Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck. Wer mit dem Fahrrad reist, hat hier also eine Insel-Schaltzentrale.

Ferienwohnungen und Ferienhäuser

Zirchow ist bestens auf ruhesuchende Urlauber eingestellt. Die Ferienwohnungen direkt an der Haffkliffkante bieten traumhafte Ausblicke auf das Stettiner Haff – morgens Nebel über dem Wasser, abends Sonnenuntergang in Orange und Gold. Wer das Besondere sucht, findet es hier nicht trotz, sondern gerade wegen der Stille.

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